Was sind FX Options?

Was sind Fx Options? Und wieso sollte man sie einmal ausprobieren? Auf dieser Website nehmen wir diese aufregenden Forex Derivate genauer unter die Lupe. Man kann sagen, dass Forex Optionen Eigenschaften des normalen Forexhandels mit traditionellem Optionshandel verbinden. Klingt interessant? Dann lesen Sie weiter!

FX Options werden im Deutschen auch als Fx-Optionen, Forex-Optionen oder Währungsoptionen bezeichnet. Es handelt sich also nur um unterschiedliche Begriffe für dasselbe Forex-Derivat.

handel mit fx optionen

Mit einer Fx Option erkauft sich einer der Handelspartner (der Optionshalter oder Käufer) das vertragliche Recht, an einem zuvor festgelegten Tag in der Zukunft zu einem vorab bestimmten Währungskurs einen festen Betrag einer Währung zu erwerben. Für den Erwerb dieses Rechtes muss der Käufer der Option eine Optionsprämie an den Verkäufer zahlen, der auch als Stillhalter bezeichnet wird.

Wir können Fx Options als Verpflichtungen bezüglich zukünftiger Forex Transaktionen interpretieren, zum vorher festgelegten Kurs. Wichtig ist hierbei folgender Zusammenhang: Der Käufer der Option hat keine Verpflichtung, von seiner Option Gebrauch zu machen. Er muss sie nicht ausüben. Daher kommt auch der Name. Dahingegen besteht beim Verkäufer eine Verpflichtung, die Vereinbarung zu erfüllen, sollte der Käufer dies fordern.

wann man fx options kaufen sollte

Preisbestimmung von Forexoptionen

Forexoptionen erfüllen für den Käufers denselben Zweck wie ein Versicherungsgeschäft. Bei solchen Verträgen bestimmen in der Regel statistische Annahmen wie die Wahrscheinlichkeit der Ausübung und der mittlere zu erwartende Gewinn die Kosten der Prämie.

Die Optionsprämie repräsentiert das Risiko einer Erfüllungspflicht basierend auf der aktuellen Markterwartung. Die bestimmenden Faktoren sind hierbei die Wahrscheinlichkeit, dass der Käufer die Option ausüben wird und insbesondere der damit verbundene, zu erwartende Verlust für den Verkäufer der Option.

Der Wert der Option teilt sich in zwei Komponenten auf, den inneren Wert und den Zeitwert.

Der innere Wert ist die Differenz aus aktuellem Fx Spot-Preis und dem Ausübungspreis (Strike-Preis) der Option, wobei der Wert nicht kleiner 0 sein kann. Der Zeitwert ergibt sich aus der Differenz von Optionsprämie und innerem Wert.

Jargon Handel mit FX-Optionen

AusdruckBeschreibung
Im GeldBei innerem Wert größer 0 sagen wir, dass die Option im Geld ist.
Aus dem GeldFalls der aktuelle Fx Spot-Preis kleiner als der Strike-Preis ist, so sagt man, dass die Call-Option aus dem Geld ist. Bei Put umgekehrt.
Am GeldDer Strike-Preis und der Fx Spot-Preis sind identisch.

Eine Währungsoption verfällt wertlos, wenn sie am Verfallstag aus dem Geld liegt. Daher wird der Optionshalter die Option in diesem Fall nicht ausüben.

Innerer Wert

Der innere Wert ist der Wert, den wir mit der Ausübung einer Option erzielen könnten, falls der am Verfallstermin der Fx Spot-Preis gleich ist. Dies liegt daran dass der Zeitwert dann 0 sein wird.

Daher verfügt eine Forex Call-Option über einen inneren Wert, falls der Fx Spot-Preis über dem Strike liegt. Eine Forex Put-Option hat einen inneren Wert, falls der Fx Spot-Preis unterhalb des Strikes liegt.

Zeitwert und Implizite Volatilität

Die Berechnung des Zeitwerts ist wesentlich komplizierter. Der Grund dafür ist dass er von vielen Parametern abhängt. Die dominanten Parameter sind die geschätzte Volatilität des Basiswerts und die Restzeit bis zum Verfall der Option.

Eine höhere Implizite Volatilität (Vola) erhöht generell den Preis einer Forexoption, denn die Wahrscheinlichkeit einer größeren Bewegung wird als hoch eingeschätzt. Somit erhöht sich auch die Gewinnerwartungen. Die Kalkulation des Zeitwerts berücksichtigt sogar die unterschiedlichen Zinssätze der am Devisenpaar partizipierenden Währungen. Die Quantifizierung erfolgt mittels Fx Swap-Rates.

Währungsoptionen bestehen aus innerem Wert und Zeitwert
Diagramm: Wie innerer Wert und Zeitwert zusammenhängen.

Je mehr wir uns dem Verfallstermin nähern, desto mehr nimmt auch der Zeitwert ab, bis er schließlich den Wert 0 erreicht. Außerdem gilt, dass der Zeitwert einer Option zu einem festen Zeitpunkt den größten Wert hat, wenn die Option am Geld liegt, also der Strike-Preis identisch zum aktuellen Spot-Kurs ist. In diesem Moment entspricht der Optionspreis dem Zeitwert, und der innere Wert liegt bei 0.

Die gebräuchlichste statistische Methode zur Preisbestimmung Europäischer Fx Options fundiert auf dem Garman-Kohlhagen-Modell. Dieses berechnet einen Log-Normal-Prozess. Es handelt sich um eine Modifikation des aus dem allgemeinen Optionshandel bekannten Black-Scholes-Modells. Unter anderem werden hierbei spezielle, dem Währungshandel innewohnende Eigenschaften als zusätzliche Parameter berücksichtigt.

Wieso benutzt man FX Options?

Der Markt für Devisenoptionen ist der Optionsmarkt mit der größten Tiefe und Liquidität auf der Welt. Marktteilnehmer können unterschiedliche Strategien anwenden, um Risiken zu reduzieren oder Profiterwartungen zu erhöhen.

Trading: Reduzierung möglicher Handelsrisiken

Wenn eine Trading-Position am normalen Spot-Markt ins Minus läuft, tragen wir ein beinahe unlimitiertes Risiko, insbesondere wenn ein Stop-Loss aufgrund von Marktverwerfungen nicht richtig ausgelöst werden sollte. Ein Beispiel war die Ankündigung der Schweizer Notenbank, die 1.20-Marke des EUR/CHF nicht weiter zu verteidigen. In der Folge stürzte der Franken rapide, und es wurden keine Stop-Loss-Aufträge mehr bedient. Wenn wir jedoch Forexoptionen kaufen, so ist unser maximaler Verlust auf den Wert der Option begrenzt.

Dieses Investment ähnelt einem Versicherungsvertrag. Falls sich der Markt gegen uns richtet, dann schützt uns die Option vor gravierenden Verlusten und deckelt den maximal möglichen Verlust. Gleichzeitig können wir trotzdem an möglichen Gewinnen partizipieren, sofern sich der Markt in die gewünschte Richtung orientiert.

Reduzierung von Risiken mit Devisenoptionen

Fx Options genießen ferner den Vorteil, dass mögliche Gewinne quasi nicht von vornherein begrenzt sind. Eine enorme Marktbewegung in die richtige Richtung, und die Gewinne können mehrere hundert Prozent betragen, während der maximale Verlust vorher feststeht. Daher ist es möglich, ausgeklügelte Tradingstrategien zu entwickeln, bei denen wir selbst dann noch Profite erzielen können, wenn wir weniger als 50% unserer Trades mit Gewinnen beenden.

Da wir den maximalen Verlust vorab kennen, kann die Positionsgröße anhand von einfachen Regeln erfolgen, z.B. indem wir immer 0,5% unseres Kapitals investieren. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für Trader liegt darin, dass wir keinerlei Stop-Loss-Regeln beachten müssen.

Dadurch wird ein Verhalten vermieden, das für viele Trader sehr fehlerträchtig ist, nämlich das permanente Versetzen des Stop-Losses, um dem Trade gefühlt mehr „Luft“ zu geben. Dann kaufen wir doch lieber eine Fx Option und lassen den Markt entscheiden, oder? Vergessen die Zeiten des ständigen Checkens, ob etwas am Trade geändert werden muss. Solche Handelsstile führen zu oft zu psychologischen Fehlern, selbst unter erfahrenen Händlern.

Hedging mit FX Options

Devisenoptionen können auch zum Hedgen von Währungsrisiken eingesetzt werden. In der Tat erzeugen institutionelle Trader, die Positionen für große Firmen, Banken und Fonds absichern, den größten Teil des Handelsvolumens an Optionsmärkten. Forexoptionen sind gebräuchliche finanzielle Derivate von Portfoliomanagern, um Risiken von Währungsschwankungen zu minimieren.

Finanzmarktturbulenzen und starke Währungsschwankungen können durch unvorhergesehene Extremereignisse eintreten. Durch Kauf von Fx-Optionen können global agierende Firmen ihre Assets vor solchen Gefahren schützen.

Im Gegensatz zum Risiko des Käufers der Option trägt der Verkäufer der Option ein Risiko, das unbeschränkt ist. Aus diesem Grund brauchen Anbieter von Optionen ein großes Maß an Liquidität.

Funktionsweise von Fx Options

Arten von FX-Optionen

Pro Fx-Paar existieren immer zwei verschiedene Arten von Optionen, Calls und Puts. Somit kann in beide Richtungen gehandelt werden. In allen Forex-Transaktionen wird jeweils eine Währung für eine andere Währung gekauft.

Der Käufer einer Call-Option erwirbt das Recht, die erstgenannte Währung zu kaufen. Der Verkäufer verpflichtet sich, die erstgenannte Währung zu veräußern. Der Käufer einer Put-Option erwirbt das Recht, die erstgenannte Währung zu verkaufen. Der Verkäufer verpflichtet sich zum Kauf der erstgenannten Währung.

Optionsstile

Man unterscheidet verschiedene Optionsstile. Diese können näher klassifiziert werden. Dies kann unter anderem der Ausübungszeitpunkts sein. Europäische Optionen können nur zum Verfallsdatum ausgeübt werden. Amerikanische Optionen sind flexibler und können auch bereits vorher ausgeübt werden. Beide gehören zur Kategorie der Vanilla Optionen.

Die zweite Klasse besteht aus den exotischen Optionen. Ihre Preisbestimmung ist wesentlich komplizierter und weniger nachvollziehbar da sie over-the-counter gehandelt werden. Ein Beispiel sind binäre Optionen. Um Verbraucher zu schützen, ist ihr Handel in vielen Ländern nicht erlaubt. Daher verzichtet diese Webseite auf ihre Bewerbung.

Devisenoptionshandel – Wichtige Begriffe

Ausübungspreis
Der Ausübungspreis oder Strike-Preis ist der Preis, zu dem der Käufer die Währung kaufen oder verkaufen darf. Dieser Kurs wird vorab festgelegt und ist Teil des Optionskontrakts.

Verfallstermin
Der Verfallstermin oder das Verfallsdatum ist der letzte Zeitpunkt, zu dem die Option ausgeübt werden kann. An diesem Zeitpunkt endet die Lebenszeit der Option.

Lieferdatum
Nur relevant falls die Option ausgeübt wird. Es ist das Datum, an dem der Währungsumtausch gebucht wird.

Prämie
Die Gebühr für den Erwerb der Fx Option. Der Käufer muss diese Gebühr bei Abschluss entrichten. Die Prämie wird auf Basis von Risikoannahmen und eines Optionspreismodells berechnet. Dominante Preisfaktoren sind die implizite Volatilität, der Abstand zum Ausübungspreis und die restliche Laufzeit der Option.

Ausübung
Ausübung einer Option bedeutet das Gebrauchmachen des vertraglichen Rechtes, den Währungsumtausch zum Ausübungspreis vorzunehmen.

Ein Beispiel

Eine europäische EUR/USD Option könnte dem Halter das Recht geben, am 1. Dezember €1,000,000 in $1,200,000 umzutauschen. In diesem Falle ist der vereinbarte Ausübungspreis somit EUR/USD 1.20.

Falls der Umtauschkurs am 1. Dezember unterhalb von 1.20 notiert, dann wird der Halter der Option diese ausüben. Sollte der Umtauschkurs auf 1.15 fallen, dann ist der Profit (1.20 – 1.15) x 1,000,000 = 50,000. Ebenfalls kann er dann EUR am Spot-Markt für den niedrigeren Kurs von 1.15 zurückerwerben.

Wie du sehen kannst, eliminieren wir das Risiko auf der Oberseite, nämlich dass der EUR/USD z.B. auf 1.40 steigt gänzlich, indem wir die Optionsprämie zahlen.

Wo kann ich Devisenoptionen handeln?

Such dir einen zuverlässigen Broker, der den Handel mit Fx Options anbietet. Einige Broker stellen einen direkten Zugang zu den Future- und Options-Märkten zur Verfügung, z.B. zur CBOE oder zur EUREX. Andere Broker bieten ihre eigenen Produkte in Form von Over-The-Counter Kontrakten. Die Minimaleinzahlung zur Eröffnung eines Accounts ist je nach Broker verschieden.

Zusammenfassung FX Options

Was machen wir mit Forexoptionen?
Wir erwerben das Recht, eine Währung zum Strike-Preis zu kaufen, am Tag des Verfalls der Option.
Wir gehen keine Verpflichtung ein, die Option auszuüben.
Dafür zahlen wir eine Gebühr, die sogenannte Optionsprämie.

Wie funktioniert eine FX Option?
Die Optionsprämie besteht aus innerem Wert und Zeitwert.
Es gibt Put- und Call-Optionen für den Handel in beide Marktrichtungen.
Amerikanische Optionen können jederzeit vor oder zum Verfallstag ausgeübt werden.
Europäische Optionen können lediglich zum Verfallstag ausgeübt werden.

Wann und wieso sollte ich Devisenoptionen verwenden?
Dein Risiko ist auf den Verlust des Wertes der Option begrenzt.
Trader können volatile Märkte ohne klassischen Stop-Loss handeln.
Portfoliohändler und Institutionen können Währungsrisiken hedgen.

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